Mit Spiel, Spaß und Strafgeldkatalog! Bericht GN, Frank Hartlef! Bilder: Konjer

 Hobby Mannschaft

 

Zur Hobby-Mannschaft des SV Vorwärts gehören (von links, stehend) Sieglinde Johannink, Helga Johannink, Agnes Rammelkamp, Fenni Johannink, Henny Hemmelder, Gisela Busch, Gertrud Büssis, Hedwig Horstkamp, (kniend) Agnes Kleine Rammelkamp, Erika Knospe, Gisela Bremer, Elfriede Raben und Henny Büschers. Foto: Konjer

Seit 40 Jahren gibt es die „Alte-Damen-Handballgruppe“ beim SV Vorwärts. Sie sind zwischen 59 und 77 Jahre alt und treffen sich jeden Montag, um gemeinsam Sport zu treiben.

Die eine ist frisch operiert, die andere zwackt der Rücken und die nächste kokettiert damit, dass sie schon drei künstliche Gelenke hat – doch deswegen nicht zur wöchentlichen Sportstunde zu kommen, das würde keiner der 13 Sportlerinnen in der Handball-Hobbygruppe des SV Vorwärts in den Sinn kommen. Schließlich geht es nicht nur um den Sport; die 90 Minuten jeden Montagabend von 20 bis 21.30 Uhr in der Stadtflurhalle sind Austauschbörse für die neuesten Nachrichten aus Familie, Nachbarschaft und Verein, hier wird Geselligkeit gepflegt und über die nächsten Termine beraten. „Wir haben immer sehr viel Spaß miteinander“, sagt Gisela Bremer, eines der sechs Gründungsmitglieder, die am 10. März 1976 aus einer Feierlaune heraus in einem Partykeller die Idee hatten, „eine Alte-Damen-Handballgruppe zu gründen“. Dass sie demnächst ihr 40-jähriges Bestehen feiern, hätte damals wohl keine von ihnen gedacht.

Das Sextett der ehemaligen Vorwärts-Handballerinnen erhielt schnell Zuwachs. Dabei spielte weder Verein noch Sportart eine Rolle. Einige spielten früher Handball bei Eintracht oder bei Sparta, wie Henny Büschers und Erika Knospe; andere betrieben ganz andere Sportarten, wie Gertrud Büssis, die in Uelsen Völkerball spielte. „Früher haben wir ja auf dem Großfeld gespielt“, erinnert sich Erika Knospe an Partien mit Sparta auf dem Schlackeplatz bei Eintracht oder auf dem Platz bei Kotting. „Da ging es hart zur Sache“, wirft Henny Büschers in die Runde, und zeigt einen deformierten Finger vor – ein Andenken aus einem Spiel gegen Vorwärts, als sie im Sparta-Tor stand. Mittlerweile ist sie 77 Jahre alt und mit Agnes Rammelkamp die Älteste der Truppe, in der Sieglinde Johannink mit 59 die Jüngste ist.

„Wir passen auf, dass wir uns nicht verletzen.“

Nach den klassischen Aufwärmrunden folgen ein paar Würfe aufs Tor und ein erstes Spiel auf zwei Tore. „Wir passen auf, dass wir uns nicht verletzen“, sagt Gisela Bremer. Und wer gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe ist, schaut einfach zu bei den Übungen, die ihr nicht ganz geheuer sind. Bei der Gymnastik-Runde macht jede eine Übung vor. Und dann ist erst einmal Zeit für eine Pause. In der kleinen Runde auf den Turnbänken werden die Ereignisse vom Wochenende besprochen. Die einen waren beim Spiel der HSG-Handballer gegen Essen, die anderen bedauern, dass das Spiel der Vorwärts-Fußballer mal wieder ausgefallen ist und viele haben ihren Enkelkindern beim Handball oder Fußball zugeschaut.

Ein zentrales Thema sind natürlich stets die gemeinsamen Unternehmungen. Morgen zum Beispiel steht das jährliche Kloatscheeten an. Der letzte Montag vor den Sommerferien ist stets einer Tagesradtour vorbehalten. Im Herbst geht es immer für drei, vier Tage mit dem Rad auf Tour. Und das Jahr endet mit der Weihnachtsfeier.

Wie bei allen Mannschaftssportarten gibt es einen Strafgeldkatalog. Zu spät kommen wird geahndet; wer nicht in der richtigen Trainingskluft erscheint, wird zur Kasse gebeten; und wer fehlt – ob begründet oder nicht – muss ebenfalls bezahlen. Diese Strafgelder, die Sieglinde Johannink einkassiert, fließen in die gemeinsamen Aktivitäten.

Zum Ende der Trainingszeit steht das Abschlussspiel an. Die Mannschaften bestehen aus drei Feldspielerinnen und einer Torhüterin. „Wie Buhrmi“, hallt es in Anspielung auf HSG-Torhüter Björn Buhrmester anerkennend von der Bank, als Agnes Rammelkamp per Fußabwehr einen Wurf von Gisela Bremer pariert. Und der Abschluss gestaltet sich wie bei den meisten Ballsportteams: „Das nächste Tor entscheidet“, lautet die Ansage von Gisela Bremer, die seit 40 Jahren diese Gruppe leitet.

Bilder Grafschafter Nachrichten: Konjer

 

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Mit 77 Jahren sind sie die Ältesten der munteren Vorwärts-Truppe: Henny Büschers  Foto: Konjer

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Angeführt von Gisela Bremer begeben sich die Vorwärts-Seniorinnen auf die Aufwärmrunde. Foto: Konjer